Die Schwäbische Waldbahn: 99 Jahre alt, und noch kein bisschen müde.
Die Geschichte der Schwäbischen Waldbahn führt zurück bis ins Jahr 1911. Mit ihr hatte Welzheim als letzte Oberamtsstadt im Königreich den „Anschluss an die große weite Welt“ erhalten. Die Fahrtzeit zwischen dem Startpunkt Schorndorf und dem Endbahnhof Welzheim betrug in den Anfangsjahren rund achtzig Minuten, bei einer insgesamt zurückgelegten Strecke von 22,9 km. Aber die haben es in sich: Denn nicht ohne Grund gehört die durch den Schwäbischen Wald verlaufende Bahnlinie zu einer der schönsten und steilsten Baden-Württembergs.
Die Trasse wurde einst mit Hilfe von drei eindrucksvollen Viadukten inmitten einer faszinierenden Landschaft gebaut. Während sich der Bau des unteren Abschnittes bis Rudersberg relativ unkompliziert gestaltete, mussten auf dem oberen Teilstück nach Welzheim einige ingenieurtechnische Herausforderungen bewältigt werden. Schließlich galt es die Bahn über tiefe Schluchten hinweg auf die Höhen des Welzheimer Waldes – genauer gesagt bis auf 507 Meter – zu führen, damit sie ihren Endbahnhof ansteuern konnte. Gerade in diesem oberen Streckenabschnitt wird die Schwäbische Waldbahn ihrem unnachahmlichen Gebirgsbahn-Charakter gerecht.
Von Mai bis Oktober heißt es ab sofort wieder:
Alles einsteigen, bitte!
Heute erlebt die Schwäbische Waldbahn, im stolzen Alter von 99 Jahren, ihren zweiten Frühling: Nachdem der Betrieb über zwei Jahrzehnte ruhte, nehmen die historischen Dampf- und Dieselzüge ab Mai 2010 endlich wieder Fahrt auf – und zwar mit Volldampf:
An allen Sonn- und Feiertagen zwischen Mai und Oktober können Sie eine unvergessliche Eisenbahnfahrt durch den Schwäbischen Wald erleben. Dabei kommen nicht nur technikbegeisterte Eisenbahn-Liebhaber, sondern auch Familien und Tagesausflügler voll auf ihre Kosten. Und wem das nostalgische Ambiente in den Wagons, die Klänge der schnaufenden Kolben und der Ausblick auf grüne Täler nicht ausreicht, kann an den einzelnen Stationen ausgiebig auf Entdeckungstour gehen.